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1 Wiki's und Wissensmanagement Nutzen – Potenzial – Einsatzgebiete Matthias Stawinski, Fakultät für Informatik und Mathematik, Hochschule München Abstract – Wiki’s erfreuen sich aktuell großer Beliebtheit. definiert. Der dabei entstandene Güterausstoß wird entweder Sie sind in aller Munde und auch viele Firmen haben diese auf dem Markt konsumiert oder fließt als Eingangsgröße in nützlichen Systeme für sich entdeckt. Ursprünglich waren sie einer weiteren Produktion mit ein. zum Wissensaustausch gedacht. Doch können Wiki’s auch den Gutenberg definierte die so genannten Elementarfaktoren hohen Anforderungen eines „echten“ Wissensmanagement- systems bestehen? Die Antwort: Ja. Sie decken alle wichtigen Arbeit, Betriebsmittel und Werkstoffe sowie die dispositiven Funktionen eines Wissensmanagementsystems ab und Faktoren Planung, Organisation und irrationaler Kern. Wenn unterstützen dabei besonders die soziologischen und man jedoch den betrieblichen Herstellungs- und unternehmenskulturellen Belange des Wissensmanagement Verwertungsprozess von Produkten genauer analysiert, so wie sie von Nonaka/Takeuchi und Probst et al. festgelegt ist Information als zweckorientiertes Wissen (Wittmann wurden. 1959) zu einer zielführenden Kombination der klassischen Produktionsfaktoren unumgänglich. I Wie hier eindeutig erkenntlich wird, misst die Betriebswirtschaftslehre I. EINLEITUNG/MOTIVATION Informationen also eine gesonderte Bedeutung bei, wenngleich sie bis dato keinen eigenen Faktor darstellen. Rein aus der gutenbergschen Sicht der Betriebswirtschaft ist W „ issen ist Voraussetzung für Denken und Handeln.“ Information eine vorgelagerte Position vor der Ulrich Wickert Entscheidungsfindung, welche innerhalb der dispositiven Faktoren stattfindet. Doch so wie Informationen für A. Steigender Einfluss von Information und Wissen Entscheidungen in Steuerung und Planung erforderlich sind, werden Informationen für den Einsatz von Maschinen Egal auf welche Weise wir Informationen und daraus (Programmierung der Maschine) und die Produktion von gewonnenes Wissen betrachten, bildet sich inzwischen ein Gütern benötigt. LehnerII fasst dabei zusammen, dass ganz klarer Trend ab, dass Informationen und Wissen von Information aus zwei Sichtweisen als Produktionsfaktor elementarer Bedeutung in unserem Wirtschaftsleben sind. gesehen werden kann: Einerseits sind Informationen als Grundlage jeder Entscheidung der „Rohstoff“ des 1) Information – Wirtschaftssektor und dispositiven Faktors, andererseits überlappen sich Produktionsfaktor Leistungs- und Steuerungsprozesse hinsichtlich der Nutzung von Informationen oft. Weiter geht Lehner davon aus, dass In der Volkswirtschaftslehre ging man früher von drei Informationen einen eigenständigen übergeordneten Rang Wirtschaftssektoren aus. Diese definieren die generischen gegenüber den Produktionsfaktoren nach Gutenberg Wertschöpfungsstufen von Gütern. aufgrund ihrer nicht zuordenbaren Charakteristik darstellen. Dem primären Wirtschaftssektor wird die Rohstoff- gewinnung zugeordnet. Der sekundären Wertschöpfungs- 2) Erfolgs- und Wettbewerbsfaktor – Wissen stufe werden die verarbeitenden Betriebe eingeordnet. Solche Betriebe nutzen die vom primären Sektor „Der Erfolg vieler Unternehmen hängt immer stärker davon erwirtschafteten Rohstoffe und steigern die Wertschöpfung ab, das Wissen der Mitarbeiter […] gewinnbringend eines Guts. Dabei entsteht als Output das Produkt. Dem umzusetzen.“ Holger NohrIII tertiären Bereich – auch Dienstleistungssektor genannt – werden solche Gewerbe zugesprochen, welche eine Nachdem nun auf die Aufstellung von Informationen und Dienstleistung also Mehrwert durch immaterielle Güter dem daraus resultierenden Wissen als wirtschaftliche anbieten. Das Dienstleistungsgewerbe umfasst unter Faktoren eingegangen wurde, soll Information nun als anderem Banken, Versicherungen, Softwarehäuser und erfolgsbringende und wettbewerbsfähige Einflussgröße ähnliche Unternehmen. dargestellt werden. Bedenkt man, dass allen drei Wirtschaftsbereichen gemein Strategische Erfolgsfaktoren operationalisieren Erfolgs- ist, dass sie Informationen benötigen und verarbeiten um das potenziale um damit das Erreichen der Unternehmensziele jeweilige Gut zu erstellen, und diese Informationen messbar zu machen und zu steuern. Häufig sind diese ebenfalls bewirtschaftet werden müssen, so spricht man Erfolgspotenziale jedoch mehr als nur Business-Enabler – heute von einem vierten Wirtschaftssektor – dem sondern besonders kritische Einflussgrößen, welche den Informationssektor. Wettbewerbsvorsprung in diversifizierten Märkten gegenüber der Konkurrenz ausmachen. Der Produktionsfaktoransatz stammt ebenso wie das Prinzip Besonders in forschungs- und entwicklungsintensiven der Wirtschaftssektoren aus der Volkswirtschaft. Geschäftsgebieten zeichnen sich Information und Wissen als Produktionsfaktoren werden als Güter und Dienstleistungen, kritische Erfolgsfaktoren aus. Dass man ihnen solch hohe welche von Unternehmen zur Produktion eingesetzt werden, Bedeutung beimisst, ist auch an den Börsenwerten vieler 2 großer Industrie- und Softwareunternehmen (bspw. General externe Daten- und Methodenbanken als auch menschliche Electrics, Siemens, Microsoft) zu erkennen. Deren Experten nachgewiesen werden.“ W. FaistIX Börsenwerte liegen bei weitem über ihren realen Bilanzwerten. Dies liegt unter anderem daran, dass deren „Wissensmanagement beschäftigt sich mit den Patente und Markenrechte, in denen Wissen und Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Wissensbasis im Informationen bereits eingeflossen sind, sowie auch das Unternehmen. Unter der Wissensbasis (auch Wissenspotenzial der Mitarbeiter von den Analysten Organizationale Memory genannt) einer Unternehmung bewertet werden. werden alle Daten und Informationen, alles Wissen und alle Solche Unternehmen konkurrieren nicht nur am Fähigkeiten verstanden, die diese Organisation zur Lösung Absatzmarkt sondern auch am Personalmarkt. Am ihrer vielfältigen Aufgaben in einer zunehmend komplexeren Personalmarkt rivalisiert man um die klügsten Köpfe. Nicht Wirtschaft benötigt.“ Holger NohrX selten hat ein so genannter Braindrain – also die Abwanderung von herausragenden Experten – diesen B. WikiWikiWeb Firmen einen schmerzlichen Niederschlag verpasst. NohrIV stellt anhand einschlägiger Analysen und Studien V Die Technologie, die es jedem beliebigen User ermöglicht, fest, dass die Wertschöpfung der Unternehmen indessen zu den Inhalt eines Webdokuments auf einfache und schnelle ca. 60 bis 80 Prozent von Nutzung und Verfügbarmachen Weise zu ändern oder zu erstellen, nennt man des im Unternehmen vorhandenen Wissens abhängt. Er WikiWikiWeb. Im Folgenden möchte ich auf dessen beruft sich auf StewartVI, dass Wissen bereits heute der historischen Hintergrund und Wesen eingehen. wichtigste Produktionsfaktor für eine Vielzahl der Unternehmen ist. 1) Geschichte des WikiWikiWeb Erstmals entwickelt wurde das Wiki – wie das II. BEGRIFFE UND DEFINITIONEN WikiWikiWeb abgekürzt wird – 1995 von Ward Cunningham. A. Wissensmanagement Wenngleich schon früher Technologien die dem Hypertext- Gedanken folgten genutzt wurden, so gab es jedoch noch Die Rückbesinnung auf das Humankapital unter Beachtung keine solche Technologie, die den schon zur Gründungszeit der zunehmenden Bedeutung des Faktors Wissen als des World Wide Web durch Tim Berners-Lee angestrebten Alleinstellungsmerkmal und Bewertungskriterium von Ansatz unterstützte, dass das Web dynamisch von Unternehmenswerten sowie die technischen Möglichkeiten jedermann veränderbar war.
Wiki_KM_folien.pdfWIKI‘S UND WISSENSMANAGEMENT NUTZEN – POTENZIAL – EINSATZGEBIETE Matthias Stawinski, Hochschule München 23. Mai 2006 Einleitung Worüber reden wir ? Folie 2 Wissen ist ein Erfolgs- und Wettbewerbsfaktor: „Der Erfolg vieler Unternehmen hängt immer stärker davon ab, das Wissen der Mitarbeiter […] gewinnbringend umzusetzen.“ Holger Nohr Wissensmanagement ist ein bedeutendes Thema in der Wirtschaftsinformatik Wiki‘s sind derzeit in aller Munde – Sind sie für das Wissensmanagement von Interesse? Wiki's und Wissensmanagement Fahrplan zum Vortrag Gliederung Folie 3 1. EINLEITUNG 5. NUTZEN, POTENZIAL UND 1. Worüber reden wir? EINSATZGEBIETE 2. EINFÜHRUNG – 1. Nutzen – Heutige WISSENSMANAGEMENT Anwendungsgebiete 1. Was ist Wissensmanagement? 2. Potenzial – Wiki als WM- 2. Wozu Wissensmanagement? System 3. Benefits durch WM 3. Einsatzgebiete – Wo können 3. EINFÜHRUNG – WIKI-WIKI- Wiki‘s Verwendung finden? WEB 4. Zukunftszenario – KM-Portal 1. Was ist WikiWikiWeb? 2. Wie funktioniert ein Wiki? 6. ALTERNATIVEN ZU WIKI‘S 4. KONZEPTE 7. WARUM SCHEITERN WM- 1. Konzept nach Probst et al. PROJEKTE? Wiki's und Wissensmanagement Einführung - Wissensmanagement Was ist Wissensmanagement ? Folie 4 „Knowledge management is a formal, structured initiative to improve the creation, distribution, or use of knowledge in an organization” - Prof. Thomas Davenport „Wissensmanagement beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Wissensbasis im Unternehmen. Unter der Wissensbasis […] einer Unternehmung werden alle Daten und Informationen, alles Wissen und alle Fähigkeiten verstanden, die diese Organisation zur Lösung ihrer vielfältigen Aufgaben in einer zunehmend komplexeren Wirtschaft benötigt.“ - Prof. Holger Nohr Wiki's und Wissensmanagement Einführung - Wissensmanagement Wozu Wissensmanagement ? Folie 5 Nur etwa 20 bis 30 Prozent des in Unternehmen vorhandenen Wissens werden genutzt (ILOI Studie “Knowledge Management“ ) Durch Mitarbeiterfluktuation verlieren Unternehmen nicht festgehaltenes Wissen Dem soll Wissensmanagement entgegenwirken und vorhandene Wissensressourcen nutzbar machen und bewahren Wiki's und Wissensmanagement Einführung - Wissensmanagement Benefit durch Wissensmanagement Folie 6 Effiziente Datenbanksuche anstelle Durchforsten einzelner Ordner spart Mitarbeiterkosten und fördert … Bessere/schnellere Innovationen Verbesserter Kundenservice Geringerer Wissensverlust Gesteigerte Produktivität/bessere Leistung Wiki's und Wissensmanagement Einführung - Wissensmanagement Benefit durch Wissensmanagement Folie 7 HP, a technology solutions provider, is an R&D enterprise with a leading role in product development that serves consumers, businesses and enterprises. With over 150,000 employees, HP is the largest consumer IT company and the world's largest SMB IT company. When HP Singapore needed an ECM solution to centralize its knowledge capital and support effective information sharing, they turned to Open Text. Benefits: Significantly improved project management and collaboration Support for capturing, sharing and reusing information and knowledge through workspaces and communities of practice Deployed in less than six months Dramatically reduced access time to information and knowledge-from one hour to five minutes A return on investment (ROI) of approximately 375% User Story HP (Open Text) - http://www.opentext.com/ecmtrilogy/solutionsbook/innovator/hp/ Wiki's und Wissensmanagement Einführung - WikiWikiWeb Was ist WikiWikiWeb ? Folie 8 Von Ward Cunningham 1995 entwickelt (PortlandPatternRepository) Ermöglicht Inhalt eines Webdokuments auf einfache und schnelle Weise zu ändern oder zu erstellen (Wiki-Syntax) Inhalt kann auch von Dritten kommentiert werden Bekanntes, populäres Beispiel: Wikipedia (http://de.wikipedia.org) Wiki's und Wissensmanagement Einführung - WikiWikiWeb Wie funktioniert ein Wiki? Folie 9 „Spielwiese“ der Wikipedia – http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Spielwiese Wiki's und Wissensmanagement Konzepte Konzept nach Probst et al. Folie 10 Modell nach Probst et al. 1997, S. 56 Wiki's und Wissensmanagement Nutzen, Potenzial und Einsatzgebiete Nutzen – Heutige Anwendungsgebiete Folie 11 Die meisten Wiki’s werden heutzutage im Intranet vieler Organisationen genutzt Meist als Wissensdatenbanken ähnlich Lexika genutzt Häufig Verwendung als Diskussionsforen In einzelnen Fällen als Content Management Systeme eingesetzt Wiki's und Wissensmanagement Nutzen, Potenzial und Einsatzgebiete Potenzial – Wiki als WM-System Folie 12 1. Wissensidentifikation Einfache und schnelle Suchmöglichkeit (Volltextsuche, A-Z Index, Kategoriebäume, Ranking) Ausblenden nicht-relevanter Inhalte (Ranking) Wiki's und Wissensmanagement Nutzen, Potenzial und Einsatzgebiete Potenzial – Wiki als WM-System Folie 13 2. Wissensentwicklung Offene Kommunikation fördern, Vertrauen auf Quelle stärken (jeder kann Artikel editieren und verbessern, Diskussionsboard eigene Interaktionsmöglichkeiten stärken Vertrauen) Kreativität der Mitarbeiter fördern (Entstehen neuer Ideen durch Kommunikation/Interaktion in Artikeln und Diskussionsforen) Erfahrungsaustausch gemachter Fehler und erlangter Einsichten aus vergangenen Projekten unterstützen (Vorlagen für Lessons learned-Sitzungen bereitstellen) Wiki's und Wissensmanagement Nutzen, Potenzial und Einsatzgebiete Potenzial – Wiki als WM-System Folie 14 3. Wissens(ver-)teilung Schnellen Zugriff auf Wissensressourcen an beliebiger Stelle in Unternehmen ermöglichen (Web-Technologie, starke Verlinkung unter den Artikeln – Kontextwissen) Verbindungen zwischen Fachexperten in einem Netzwerk aufbauen (Kommunikation/Interaktion in Artikeln, Experten-Verzeichnisse) Wiki's und Wissensmanagement Nutzen, Potenzial und Einsatzgebiete Potenzial – Wiki als WM-System Folie 15 4.







