Sumerische Bilderschriften gab es bereits 3500 Jahre
vor unserer Zeitrechnung, 1800 Jahre später die
erste Alphabetschrift der Phönizier. Rund 100 Jahre
vor Christus erfand ein Chinese das Papier. Ab 1450
druckt Gutenberg Bücher, 1609 erschien in Straßburg
zum ersten Mal eine periodische Zeitung. 1826
schießt Joseph Nicéphore Nièpce das erste Foto. Seit
1867 kennt man die Schreibmaschine, 1928 ist die
Geburtsstunde des Rundfunks. Seit 1956 gibt es die
Festplatte. Ab 1970 existieren DRAM-Chips, ab 1979
CDs, ab 1995 DVDs.
Seit Jahrtausenden speichern Menschen Informationen
und entwickeln dafür Medien mit immer größerem Fassungsvermögen,
immer raffiniertere Techniken, um wiederzufinden, was sie ihnen anvertrauten
und immer schnellere Werkzeuge, um den nicht greifbaren Stoff zu
fixieren. Listen, Tabellen, Verzeichnisse, Kataloge gibt es seit je her. Der früheste
bekannte Bibliothekskatalog stammt aus der Zeit um 650 vor der Zeitrechnung
und gehörte einem assyrischen Herrscher in Ninive. Er bestand aus
Tausenden Tafeln in Keilschrift.
Wer heute auch nur das Adressbuch seines Handys in diesem Format transportieren
wollte, zöge wohl einen stattlichen Bollerwagen hinter sich her und
schichtete vor jedem Anruf eine Viertelstunde Steine um. Deswegen hat man
sich in einer Zeit, in der Information zum wichtigsten Rohstoff geworden ist,
etwas anderes überlegt: Datenbanken.
Seit ein paar Jahrzehnten haben sie sich als stumme Diener in den Kulissen
der Wissensgesellschaft etabliert. Inzwischen sind sie allgegenwärtig, ganz
gleich ob als eingebettete Notizkomponente oder petabytegroßes Datensilo.
Häufig unsichtbar, fast immer unverzichtbar: das Gedächtnis unserer Zeit.
Es handelt sich hierbei um einen Auszug aus dem Buch "Linux Technical Review 09: Datenbanken - Praxistipps von Entwurf bis Tuning", erschienen bei der Linux New Media AG.
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