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CRM ‑ Erfolgsfaktoren in der Finanzdienstleistungsbranche

Manfred Krafft
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In der Finanzdienstleistungsbranche hängt die Entscheidung zur Einführung eines Customer Relationship Management (CRM)-Systems hauptsächlich von der Ressourcenausstattung, dem Einsatz der Qualitätsführerschaftsstrategie und dem Innovationsklima innerhalb des Unternehmens ab. Kritische Erfolgsfaktoren sind dabei die Nutzung hoch entwickelter Kundenbewertungsmethoden, der Einsatz CRM-kompatibler Anreizmechanismen sowie die Fähigkeit, ertragsstarke Neukunden zu gewinnen und gleichzeitig ertragsstarke Stammkunden zu binden. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer branchenübergreifenden Studie in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Dabei wurde untersucht, inwieweit CRM als Unternehmensstrategie und Managementkonzept bereits verwirklicht wurde, welches die Voraussetzungen für eine Umsetzung sind und welche Auswirkungen sich damit auf den Unternehmenserfolg ergeben. Befragt wurden 211 Führungskräfte aus den Branchen Finanzdienstleistung, Hotellerie, Energieversorgung sowie IT/Online-Business. 78 führende Finanzinstitute nahmen an der Untersuchung teil.

Sowohl in der Unternehmenspraxis als auch der Wissenschaft kommt der Frage, wie Kundenbeziehungen in der Finanzdienstleistungsbranche wirksam begründet, intensiviert und gepflegt werden können, eine zunehmende Bedeutung zu. Dabei reagieren Anbieter auf die unterschiedlichen Ertragswerte von Kundenbeziehungen immer häufiger mit Leistungspaketen und Marketing-Mix-Strategien, die je nach Kundenwert mehr oder weniger umfassend ausgestaltet sind. Im Grunde haben sich viele Unternehmen damit von einer bisher produkt- bzw. technologiegeprägten Ausrichtung entfernt und sich zu eher kundenzentrierten Organisationen gewandelt.

Diese Entwicklung wurde begleitet von sehr hohen Investitionen in Customer Relationship Management (CRM)-Software und Informationstechnologien, die Unternehmen helfen sollten, diese Kundenorientierung zu unterstützen. Nach einer Studie des IDC (2000) betrugen diese Investitionen im Jahr 1999 etwa 3,3 Milliarden US-$ und werden bis 2003 auf 10,2 Milliarden US-$ steigen.

Im Kielwasser dieser Veränderungen mussten zahlreiche Finanzdienstleister allerdings erfahren, dass derartige Investitionen allein nicht ausreichen, um die eigenen Mitarbeiter sowie die Beschaffungs- und Vertriebspartner zu einer stärkeren Kundenfokussierung zu führen. In jüngst veröffentlichten kommerziellen Studien wurden Probleme analysiert, die mit der Umsetzung von CRM-Strategien einhergehen. Diese Studien zeigen, dass rund 70% der CRM-Projekte keine Ertragswertsteigerung nach sich ziehen und in einigen Fällen sogar nur Verluste hervorrufen.
Trotz der großen Bedeutung von CRM als Unternehmensstrategie fristet diese Thematik in der empirischen Forschung ein stiefmütterliches Dasein. Es fehlt bisher an fundierten Arbeiten, die CRM-verantwortlichen Führungskräften gesicherte Erkenntnisse vermitteln, wie CRM erfolgreich umgesetzt werden kann.
Im Rahmen einer länder- und branchenübergreifenden empirischen Studie sollten daher Erkenntnisse zur Gestaltung, den Bestimmungsfaktoren und Erfolgen von CRM gewonnen werden. Dabei wurde ein besonderer Fokus auf die Finanzdienstleistungsbranche gelegt. Die folgenden Fragestellungen standen im Mittelpunkt:
  • Welche Formen der Gestaltung von CRM als Unternehmensstrategie sind in der Praxis vorherrschend? Inwieweit werden diese Strategien durch Mitarbeiterführung und IT ergänzt? In welchem Umfang ist CRM bereits umgesetzt?
  • Folgen CRM-Aktivitäten den Stufen des Kundenlebenszyklus, wird also systematisch in den Phasen der Kunden(rück)gewinnung, der Intensivierung/Kundenbindung und der Beendigung von Geschäftsbeziehungen vorgegangen?
  • Welchen Einfluss auf die Gestaltung von CRM-Strategien üben das Wettbewerbsumfeld, Unternehmensressourcen oder Kundenstrukturen aus?
  • Wodurch sind besonders erfolgreiche bzw. erfolglose Unternehmen gekennzeichnet, die CRM-Maßnahmen einsetzen?
  • Können Empfehlungen abgeleitet werden, um CRM-Strategien zum Erfolg zu führen?
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Autor
  • Manfred Krafft
    Prof. Dr. Manfred Krafft

    Univ.-Prof. Dr. Manfred Krafft (Jg. 1963) ist seit Januar 2003 Direktor des Instituts für Marketing an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster. Zuvor war er Inhaber des Otto-Beisheim-Stiftungslehrstuhls für Marketing an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar bei Koblenz und zugleich Direktor des Zentrums für...

Herausgebende Organisation
  • Marketing Center Münster - Institut für Marketing
    Marketing Center Münster - Institut für Marketing

    Das Institut ist ein junges, dynamisches und international orientiertes Team unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Krafft. Die Forschungs- und Lehrtätigkeit sowie die Betreuung von wissenschaftlichen und praxisrelevanten Marketing-Projekten prägen die tägliche Arbeit am Institut. Dabei liegt uns die intensive Betreuung der studentischen Anliegen besonders am Herzen....