Dabei wurde untersucht, inwieweit CRM als Unternehmensstrategie und Managementkonzept bereits verwirklicht wurde, welches die Voraussetzungen für eine Umsetzung sind und welche Auswirkungen sich damit auf den Unternehmenserfolg ergeben. Befragt wurden 211 Führungskräfte aus den Branchen Finanzdienstleistung, Hotellerie, Energieversorgung sowie IT/Online-Business. 78 führende Finanzinstitute nahmen an der Untersuchung teil.
Sowohl in der Unternehmenspraxis als auch der Wissenschaft kommt der Frage, wie Kundenbeziehungen in der Finanzdienstleistungsbranche wirksam begründet, intensiviert und gepflegt werden können, eine zunehmende Bedeutung zu. Dabei reagieren Anbieter auf die unterschiedlichen Ertragswerte von Kundenbeziehungen immer häufiger mit Leistungspaketen und Marketing-Mix-Strategien, die je nach Kundenwert mehr oder weniger umfassend ausgestaltet sind. Im Grunde haben sich viele Unternehmen damit von einer bisher produkt- bzw. technologiegeprägten Ausrichtung entfernt und sich zu eher kundenzentrierten Organisationen gewandelt.
Diese Entwicklung wurde begleitet von sehr hohen Investitionen in Customer Relationship Management (CRM)-Software und Informationstechnologien, die Unternehmen helfen sollten, diese Kundenorientierung zu unterstützen. Nach einer Studie des IDC (2000) betrugen diese Investitionen im Jahr 1999 etwa 3,3 Milliarden US-$ und werden bis 2003 auf 10,2 Milliarden US-$ steigen.
Im Kielwasser dieser Veränderungen mussten zahlreiche Finanzdienstleister allerdings erfahren, dass derartige Investitionen allein nicht ausreichen, um die eigenen Mitarbeiter sowie die Beschaffungs- und Vertriebspartner zu einer stärkeren Kundenfokussierung zu führen. In jüngst veröffentlichten kommerziellen Studien wurden Probleme analysiert, die mit der Umsetzung von CRM-Strategien einhergehen. Diese Studien zeigen, dass rund 70% der CRM-Projekte keine Ertragswertsteigerung nach sich ziehen und in einigen Fällen sogar nur Verluste hervorrufen.
Trotz der großen Bedeutung von CRM als Unternehmensstrategie fristet diese Thematik in der empirischen Forschung ein stiefmütterliches Dasein. Es fehlt bisher an fundierten Arbeiten, die CRM-verantwortlichen Führungskräften gesicherte Erkenntnisse vermitteln, wie CRM erfolgreich umgesetzt werden kann.
Im Rahmen einer länder- und branchenübergreifenden empirischen Studie sollten daher Erkenntnisse zur Gestaltung, den Bestimmungsfaktoren und Erfolgen von CRM gewonnen werden. Dabei wurde ein besonderer Fokus auf die Finanzdienstleistungsbranche gelegt. Die folgenden Fragestellungen standen im Mittelpunkt:
- Welche Formen der Gestaltung von CRM als Unternehmensstrategie sind in der Praxis vorherrschend? Inwieweit werden diese Strategien durch Mitarbeiterführung und IT ergänzt? In welchem Umfang ist CRM bereits umgesetzt?
- Folgen CRM-Aktivitäten den Stufen des Kundenlebenszyklus, wird also systematisch in den Phasen der Kunden(rück)gewinnung, der Intensivierung/Kundenbindung und der Beendigung von Geschäftsbeziehungen vorgegangen?
- Welchen Einfluss auf die Gestaltung von CRM-Strategien üben das Wettbewerbsumfeld, Unternehmensressourcen oder Kundenstrukturen aus?
- Wodurch sind besonders erfolgreiche bzw. erfolglose Unternehmen gekennzeichnet, die CRM-Maßnahmen einsetzen?
- Können Empfehlungen abgeleitet werden, um CRM-Strategien zum Erfolg zu führen?
-
0.05 MB
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.








