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Risikomanagement und Balanced Scorecard im Kontext integrierter wertorientierter Managementsysteme

Werner Gleißner
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Beschreibung
Eine wertorientierte Unternehmensführung ist ein gezieltes Management von Chancen und Gefahren (Risiken ) in einem dynamischen, oft turbulenten Umfeld. Da der Wert eines Unternehmens ‑ als wichtigster Erfolgsmaßstab ‑ sowohl von den zukünftigen Erträgen (bzw. den free Cashflows) als auch deren Risiken abhängt, wird Risikomanagement zum unverzichtbaren Bestandteil jeder strategischen Unternehmensführung.
Nachfolgend werden wir aufzeigen, welche Möglichkeiten bestehen, ein Risikomanagementsystem mit einer Balanced Scorecard in einem wertorientierten Steuerungssystem zu verbinden. Zunächst werden jedoch Aufgaben und Anforderungen an das Risikomanagement aus einer strategischen, wertorientierten Perspektive kurz skizziert.
Der Unternehmenswert ergibt sich als Summe der risikoadäquat diskontierten zukünftigen „freien Cashflows“, also die Cashflows vor Zinsen aber nach Abzug der Investitionen in Anlage- und Umlaufvermögen. Aus dieser allgemeinen Definition zum Unternehmenswert lassen sich unmittelbar Konsequenzen für die wertorientierte Unternehmenssteuerung ableiten. Grundsätzlich zeigen sich vier maßgebliche Hebel zur Steigerung des Unternehmenswertes, wobei die beiden ersten zusammen die Gewinne bzw. die Gewinnentwicklung beschreiben 1:
· Umsatzwachstum (z. B. Markdurchdringung, Marktentwicklung etc.)
· Steigerung der Umsatzrentabilität (z.B. durch Kostensenkung)
· Effizientere Kapitalnutzung (z.B. Abbau von Forderungen und Vorräten)
Zunächst sollen die sonst oft vernachlässigten Risiken, ihre Messung und Aggregation sowie ihre Bedeutung für den Unternehmenswert näher betrachtet werden.
Als Risiko bezeichnet man die aus der Unvorhersehbarkeit der Zukunft resultierende, durch „zufällige“ Störungen verursachte Möglichkeit, geplante Ziele zu verfehlen (Risiken als „Streuung“ um einen Erwartungs- oder Zielwert). Dabei kann man Risiken beispielsweise auch als sogenannten Value-at-Risk messen. Der Value-at-Risk (VaR) ist dabei definiert als Schadenshöhe (Abweichung vom Erwartungswert), die in einem bestimmten Zeitraum („Halteperiode“, z.B. ein Jahr) mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit (z.B. 97,5%) nicht überschritten wird.
Hohe Risiken eines Unternehmens zeigen sich dabei in erheblichen Schwankungsbreiten der zukünftigen Cashflows. Während beispielsweise Kostensenkungsmaßnahmen auf eine Steigerung der (Erwartungswerte) der free Cashflows abzielen, ist es eine Aufgabe des Risikomanagements die Streuung bzw. die Schwankungsbreite der free Cashflows zu reduzieren und so einen Betrag zur Steigerung des Unternehmenswertes zu leisten.
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Autor
  • Werner Gleißner
    Dr. Werner Gleißner

    Dr. Werner, Gleißner, Dipl. Wirtsch.-Ing., ist Vorstand der FutureValue Group AG und Leiter der Risikoforschung der Marsh GmbH. Schon seit 1990 ist er als Geschäftsführer der wima Gesellschaft für angewandte Betriebswirtschaft mbH - Unternehmensberatung im BDU - selbständiger Unternehmer. Seit seiner Promotion in Volkswirtschaftslehre (Geldpolitik, Ökonometrie und...

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