Als Wissenschaftler und Berater prägte Professor Horváth wie kaum ein anderer das Controlling als Managementdisziplin und Teil des Führungssystems von Organisationen. Horváth gilt als Mitbegründer des Controllings und genießt als Wissenschaftler national wie auch international hohe Anerkennung. Seine innovativen Konzepte und seine Praxisnähe haben den 1937 im ungarischen Sopron geborenen promovierten Wirtschaftsingenieur zu einem vielgefragten Fachmann gemacht. Er hat mehr als 50 Bücher und weit über 200 Aufsätze veröffentlicht. Sein erstmals 1979 erschienenes Standardwerk „Controlling“ liegt mittlerweile in der 10. Auflage vor. Er ist Mitbegründer und seit 18 Jahren Mitherausgeber der Zeitschrift „Controlling“.
Horváth war von 1981 bis 2005 Inhaber des Lehrstuhls für Controlling und Allgemeine Betriebswirtschaftslehre der Universität Stuttgart. Daneben war er Gastprofessor in New York, Wien, São Paulo und Shanghai. Generationen von Studenten und mehr als 50 Doktoranden haben bei ihm gelernt. 1996 wurde er mit dem Baden-Württembergischen Landeslehrpreis ausgezeichnet. Als Anerkennung für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde ihm zudem im Jahr 2006 von der Corvinus-Universität, Budapest, sowie von der European Business School, Oestrich-Winkel, die Ehrendoktorwürde verliehen.
Professor Horváth wurde am 3. Februar 2007 70 Jahre alt. Wir freuen uns, ihn anlässlich seines 70sten Geburtstages zu seinem Lebenswerk interviewen zu können.
Experten-Interview
Die Horváth AG – Reflexionen eines Lebenswerks:
E-Interview zum 70sten Geburtstag von Professor Péter Horváth
Titel des Interviews: Die Horváth AG - Reflexionen eines Lebenswerks
Name: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth
Funktion/Bereich: Aufsichtsratsvorsitzender
Organisation: Horváth & Partners
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
als Wissenschaftler und Berater prägte Professor Horváth wie kaum ein anderer
das Controlling als Managementdisziplin und Teil des Führungssystems von
Organisationen. Horváth gilt als Mitbegründer des Controllings und genießt als
Wissenschaftler national wie auch international hohe Anerkennung. Seine inno-
vativen Konzepte und seine Praxisnähe haben den 1937 im ungarischen
Sopron geborenen promovierten Wirtschaftsingenieur zu einem vielgefragten
Fachmann gemacht. Er hat mehr als 50 Bücher und weit über 200 Aufsätze
veröffentlicht. Sein erstmals 1979 erschienenes Standardwerk „Controlling“ liegt
mittlerweile in der 10. Auflage vor. Er ist Mitbegründer und seit 18 Jahren Mit-
herausgeber der Zeitschrift „Controlling“.
Horváth war von 1981 bis 2005 Inhaber des Lehrstuhls für Controlling und All-
gemeine Betriebswirtschaftslehre der Universität Stuttgart. Daneben war er
Gastprofessor in New York, Wien, São Paulo und Shanghai. Generationen von
Studenten und mehr als 50 Doktoranden haben bei ihm gelernt. 1996 wurde er
mit dem Baden-Württembergischen Landeslehrpreis ausgezeichnet. Als Aner-
kennung für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde ihm zudem im Jahr
2006 von der Corvinus-Universität, Budapest, sowie von der European Busi-
ness School, Oestrich-Winkel, die Ehrendoktorwürde verliehen.
Professor Horváth wurde am 3. Februar 2007 70 Jahre alt. Wir freuen uns, ihn
anlässlich seines 70sten Geburtstages zu seinem Lebenswerk interviewen zu
können.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Ihr
NetSkill-Team
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Experten-Interview
Sehr geehrter Herr Professor Horváth,
Frage 1: Lebensstationen / Lebensgeschichte
Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum 70sten Geburtstag!
Der Baden-Württembergische Landeslehrpreis sowie die Verleihung der Ehren-
doktorwürde der Corvinus-Universität, Budapest und der European Business
School, Oestrich-Winkel, sind nur einige der vielen Ehrungen, die Sie im Laufe
Ihrer außergewöhnlichen und facettenreichen Karriere erhalten haben und die
den Erfolg Ihres Weges dokumentieren.
Was waren zurückblickend aus Ihrer Sicht in Ihrem Leben bisher die wichtigsten
Stationen, Erfahrungen und Erkenntnisse? Was waren dabei die größten Her-
ausforderungen? Warum haben Sie sich jeweils für diese Stationen entschie-
den und was war generell Ihr Leitmotiv und Ihr innerer Antrieb für Ihren Weg?
Was war und ist für Sie wertvoll?
Antwort:
Zu viele große Fragen auf einmal!
Die Gefahr besteht bei ihrer Beantwortung darin, dass man in den
Lebenslauf eine Geradlinigkeit hineinkonstruiert, die nicht da war. Es
gab in meinem Leben drei große Weggabelungen:
1956: In Ungarn bleiben oder flüchten?
1969: Nach der Promotion in die Praxis gehen oder die Universitätslaufbahn
einschlagen?
1981: Als Professor Theoretiker zu bleiben oder sich gleichzeitig auch als Un-
ternehmer (Berater) zu betätigen?
Die größte Herausforderung war bei jedem Schritt die Abwägung von Chancen
und Risiken. Im Zweifel hat dann immer die Neugier auf das Neue den Aus-
schlag gegeben. Für mich ist das ganze Leben ein spannender Lern- und Ent-
deckungsprozess. Diese Sicht ist für mich das Leitmotiv.
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Experten-Interview
Frage 2: Eigene Kompetenzen, Stärken/Schwächen
Sie haben das Controlling-Verständnis in Deutschland fundamental geprägt. Im
Mittelpunkt Ihrer Tätigkeit standen die Anwendung neuester Erkenntnisse der
Controlling-Forschung in der Unternehmenspraxis.
Welche Kompetenzen / Stärken halfen Ihnen dabei, so wegweisend das Cont-
rolling-Verständnis zu prägen und als Autor, Berater, Unternehmer und Profes-
sor erfolgreich zu sein? Was sind umgekehrt Ihrer Meinung nach Schwächen
von Péter Horváth?
Antwort:
Neugier und Ausdauer sind die prägenden Eigenschaften, die man
auf allen diesen Gebieten braucht. Eine gewisse Stressresistenz
muss noch hinzukommen. Auch muss man sich organisieren
können.
Meine Hauptschwäche besteht darin, dass ich mich immer mit einer
80/20-Lösung im Sinne des Pareto-Optimums zufrieden gebe.
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Experten-Interview
Frage 3: Netzwerke/Wegbegleiter
Auf der Homepage von Horváth & Partners findet sich das Zitat „Niemand kann
eine Sinfonie flöten. Es braucht ein Orchester, um sie zu spielen.“ (Halford E.
Luccock). Auch Professor Hermann Simon betonte in den Reflexionen zu sei-
nem Lebenswerk die Rolle von Mitstreitern für den eigenen Erfolg!
Wer waren jeweils die wichtigsten Partner, die Sie begleitet und unterstützt ha-
ben bzw. wer gehörte zu Ihrem „Orchester“? Welche Bedeutung hatte der Aus-
tausch mit diesen und anderen Wegbegleitern? Welche Rolle spielten andere
Kollegen wie z. B. die Professoren Küpper, Weber oder Reichmann?
Im Oktober 1981 gründeten Sie Horváth & Partners als IFUA Institut für Unter-
nehmensanalysen. Welche Rolle spielten Ihre Mitgründer Erich Zahn (Universi-
tätsprofessor) und Hans-Georg Winderlich (Unternehmer) in Ihrem Leben?
Antwort:
Bei der „Orchester“-Metapher denke ich an eine Jazzcombo: kein
Dirigent, Improvisation im Team in einem vorher vereinbarten musi-
kalischen Rahmen.
Meine Partner bei Horváth & Partners sind die wichtigsten Weg-
begleiter in den letzten 20 Jahren. Das kollektive „musizieren“ mit
ihnen ist für mich Teil meines Lebensinhaltes.
Der Austausch mit Fachkollegen war und ist für mich essentiell. Die drei von Ih-
nen genannten Namen möchte ich dabei um einen vierten Namen ergänzen:
Robert S. Kaplan. Bob Kaplan hat meine Art des wissenschaftlichen Arbeitens
grundlegend beeinflusst.
Ohne Erich Zahn und – den leider bald verstorbenen – Hans-Georg Winderlich
gäbe es Horváth & Partners heute nicht.
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Experten-Interview
Frage 4: Zukunft Horváth & Partners, Performance Management
Gemeinsam mit Ihren Partnern haben Sie die Entwicklung neuer Controlling-
Methoden und die Anwendung der verschiedenen Steuerungsinstrumente in
den Unternehmen weiter vorangetrieben (z.B. die Prozesskostenrechnung und
Weiterentwicklung des Target-Costing-Ansatzes) und Mitte der 90er Jahre auch
das Konzept der Balanced Scorecard nach Europa gebracht.
Was dürfen wir in dieser Hinsicht zukünftig von Horváth & Partners erwarten?
Den Fokus Ihrer Beratung bildet das umfassende, von Ihnen entwickelte Per-
formance-Architect-Konzept, das darauf abzielt, die Leistung von Organisatio-
nen nachhaltig zu steigern. Ihr Vision ist u.a., die weltweite Nummer 1 für Per-
formance Management zu sein. Wie wird Performance Management in Wissen-
schaft und Praxis eingeschätzt und wie arbeiten Sie daran, Ihre Vision zu erfül-
len? Was können Sie von der Performance Architects Alliance berichten?
Antwort:
Horváth & Partners sieht sich auch in der Zukunft als innovatives
Unternehmen. Innovationen sind unser wesentliches Differenzie-
rungsmerkmal.
Das Performance-Architect-Konzept liefert einen klaren Rahmen für
unsere Entwicklung. Das Management von Performance kann nur
dann funktionieren, wenn es gelingt, die erfolgskritischen Intangibles (wie z. B.
Wissen, Reputation, Innovationskraft etc.) messbar und damit steuerbar zu ma-
chen. Hier liegen die Bemühungen in Wissenschaft und Praxis. Hieran arbeiten
auch wir.
Mit der Gründung eines internationalen Partnernetzwerks unter der Bezeich-
nung „Performance Architects Alliance“ verfolgen wir das Ziel, die Fähigkeiten
und Kapazitäten für internationale Projekteinsätze noch weiter zu erhöhen. Die
Mitglieder dieses Netzwerks in Frankreich, Großbritannien, Rumänien, Tsche-
chien und USA stehen für ausgewiesene Expertise in Fragen der Performance-
Steigerung von Organisationen und sind in den jeweiligen Ländern bekannte
und anerkannte Beratungshäuser.
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Experten-Interview
Frage 5: Controlling und Management im Wandel
Ihre Arbeiten haben die Controlling-Welt in Deutschland maßgeblich geprägt.
Zugleich haben Sie eine Vielzahl von Studenten und Doktoranden ausgebildet.
Wie schätzen Sie heute das Controlling als Managementdisziplin und Teil des
Führungssystems ein? Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Entwick-
lungen und größten Herausforderungen in diesem Bereich in den nächsten Jah-
ren? Wie bewerten Sie neue Entwicklungen wie z. B. Beyond Budgeting?
Wie haben sich Ihrer Meinung nach Unternehmertum und Management in den
letzten Jahrzehnten gewandelt? Wie bewerten Sie heute Deutschlands Unter-
nehmer und Manager fachlich und moralisch? Was sind die Herausforderungen
an das Management und Unternehmer und Manager für die Zukunft?
Antwort:
Controlling als Managementdisziplin und als Teil des Führungs-
systems muss in den nächsten Jahren noch stärker und aktiver als
bisher Komplexität und Dynamik zu bewältigen helfen.
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