Der Markt für maßgeschneiderte Logistik-„Solutions“ wird in der Branche seit einigen Jahren unter dem Begriff der „Kontraktlogistik“ diskutiert. Aktuelle Marktstudien wie die „TOP 100 der Logistik“ der Fraunhofer- Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) in Nürnberg (vormals Fraunhofer ATL) schätzen das Outsourcing-Potenzial für Kontraktlogistikdienstungen in Europa auf etwa 374 Milliarden Euro, von denen bislang erst weniger als 25 Prozent tatsächlich an externe Dienstleister vergeben sind.
Allerdings: die aktuelle Konjunkturkrise hinterlässt auch im Markt für Kontraktlogistik ihre Spuren. Wo gesamtwirtschaftliche Aktivitäten langsamer laufen, reduziert sich auch die Logistiknachfrage. Und die Bemühungen in den Unternehmen der Auftrag gebenden Wirtschaft zur Einhaltung von Arbeitsplatzgarantieren führen zu gelegentlichen Rückführungen outgesourcter Aktivitäten. Die „Megatrends“ der Globalisierung und der Konzentration auf Kernkompetenzen werden jedoch schon bald wieder für weiteres Wachstum der Kontraktlogistik sorgen. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen gerade in der Krise ihre Logistikprozesse auf den Prüfstand stellen, um mögliche Potenziale der Kostensenkung und -flexibilisierung auszuloten. Die professionelle Anbahnung und Entwicklung von Kontraktlogistikgeschäften ist und bleibt damit für beide Seiten des Verhandlungstisches – Kontraktgeber und Logistikdienstleister – eine der anspruchsvollsten Aufgaben der Logistikwirtschaft.
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