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Strategische Machtfaktoren in Kunden-Lieferanten-Verhältnissen

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Kompetenz - Index
Online seit
5.8.2009
Aktualisiert am
9.7.2010
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Strategische Machtfaktoren in Kunden-Lieferanten-Verhältnissen
Abstract / Inhalt:

Die zunehmende Globalisierung eröffnet westlichen Unternehmen große Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang gewinnt speziell China als Beschaffungsmarkt in den letzten Jahren vermehrt an Bedeutung. Trotz vieler Chancen lässt sich aber in jüngster Vergangenheit das Phänomen eines Rückzugs vieler Unternehmen aus dem chinesischen Markt feststellen. Dies liegt u.a. in einem mangelnden Potenzial der westlichen Unternehmen zur Einflussnahme auf die Leistungen und Forderungen der chinesischen Unternehmen begründet. In diesem Beitrag werden Werkzeuge und Wege aufgezeigt, um diesem Problem erfolgreich zu begegnen und die eigene Machtposition als Kunde in Westeuropa zu verbessern.

Mit freundlicher Genehmigung des GITO-Verlages


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Strategische Machtfaktoren in Kunden-Lieferanten-Verhältnissen
 
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Strategische-Machtfaktoren-Kunden-Lieferanten-Verhältnissen-Oehmen-GITO.pdf
                                                                             J. Oehmen u.a.: Strategische Machtfaktoren




     Strategische Machtfaktoren in
          Kunden-Lieferanten-
              Verhältnissen
        am Beispiel Schweizer Unternehmen und ihren chinesischen
                               Lieferanten
   Josef Oehmen, Paul Schönsleben, ETH Zürich, Max von Bredow,
         Philipp Gruber und Gunther Reinhart, TU München
Dipl.-Ing. Josef Oehmen, MBA, arbeitet als        als Beschaffungsmarkt in den letz-        als auch indirekt. So müssen einerseits
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für     ten Jahren vermehrt an Bedeutung.         direkt höhere Preise akzeptiert oder
Unternehmenswissenschaften (BWI) des Depart-
ments MTEC an der ETH Zürich. Er befasst sich     Trotz vieler Chancen lässt sich aber      andererseits indirekt Qualitätsmängel
mit der Integration chinesischer Lieferanten      in jüngster Vergangenheit das Phä-        oder das Nichteinhalten von Lieferbe-
und Risikomanagement.
                                                  nomen eines Rückzugs vieler Unter-        dingungen durch Mehraufwendungen
Prof. Dr. Paul Schönsleben leitet das ETH-Zen-    nehmen aus dem chinesischen Markt         egalisiert werden. Dieses Problem ba-
trum für Unternehmenswissenschaften (BWI)
und das Fachgebiet Logistik-, Operations- und     feststellen. Dies liegt u.a. in einem     siert im Wesentlichen auf einem Man-
Supply Chain Management des Departements          mangelnden Potenzial der westlichen       gel an Macht bzw. einer gewissen stra-
MTEC an der ETH Zürich.
                                                  Unternehmen zur Einflussnahme auf         tegischen Abhängigkeitssituation der
Dipl.-Ing. Max von Bredow arbeitet als            die Leistungen und Forderungen            westlichen Unternehmen.
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut
für Werkzeugmaschinen und Betriebswissen-         der chinesischen Unternehmen be-             Um die Situation zu Gunsten der Ab-
schaften (iwb) an der Technischen Universität     gründet. In diesem Beitrag werden         nehmer nachhaltig verändern zu können
München. Er befasst sich mit der Bewertung
risikobehafteter Kunden-Lieferanten-Bezie-        Werkzeuge und Wege aufgezeigt,            und diesen in eine gestärkte Machtposi-
hungen.                                           um diesem Problem erfolgreich zu          tion zu bewegen, müssen folgende drei
Dipl.-Ing. Philipp Gruber war Student der TU      begegnen und die eigene Machtpo-          Schritte durchlaufen werden:
München und arbeitete im Rahmen des DC-           sition als Kunde in Westeuropa zu         1. Beschreibung der Beschaffungssitu-
SC–M Forschungsprojekts an der ETH Zürich.
                                                  verbessern.                                   ation,
Prof. Dr.-Ing. Gunther Reinhart leitet das In-                                              2. Bewertung der Beschaffungssituati-
stitut für Werkzeugmaschinen und Betriebswis-
senschaften (iwb) der TU München und ist In-         Durch eine wachsende Globali-              on,
haber des Lehrstuhls für Betriebswissenschaften   sierung der Märkte gelten vermehrt        3. Aufzeigen von Verbesserungsopti-
und Montagetechnik.
                                                  ausländische Lieferanten als mögliche         onen.
                                                  Beschaffungsquelle. Viele westliche       Anfangs ist die Situation anhand re-
   Die zunehmende Globalisierung                  Industrieunternehmen versuchen, durch     levanter Kriterien ganzheitlich zu er-
eröffnet westlichen Unternehmen                   eine Beschaffung in Niedriglohnlän-       fassen und zu beschrieben. Darauf
große Möglichkeiten. In diesem Zu-                dern einen Vorteil gegenüber ihren        aufbauend müssen machtstrategische
sammenhang gewinnt speziell China                 Konkurrenten zu erlangen. Als einer der   Schwachstellen in der sich darbie-
                                   Kontakt:       wichtigsten Beschaffungsmärkte und        tenden Situation gefunden, greifbar
                                                  Produktionsstandorte für europäische      gemacht und anschließend bewertet
                         ETH Zürich               Unternehmen hat sich Asien und dort       werden. Das Kernstück einer nachhal-
 ETH-Zentrum für Unternehmenswis-                 im Wesentlichen China herausgebildet.     tigen Verbesserung der Machtsitua-
                  senschaften (BWI)               Der erwartete Vorteil des kostengüns-     tion stellt das Aufzeigen potenzieller
                        Kreuzplatz 5              tigen Bezugs hat sich jedoch für viele    Handlungsoptionen zur gezielten Ein-
                     CH-8032 Zürich               Unternehmen nur partiell eingestellt.     flussnahme auf den gefundenen stra-
         Tel.: +41 (0)44 / 632-0526               Aufgrund unterschiedlicher Entwick-       tegischen Schwachpunkt dar. Deren
          E-Mail: joehmen@ethz.ch                 lungen in vielen Branchen reduzierten     Praxisnähe spielt für eine mögliche
       URL: http://www.lim.ethz.ch                sich diese Erwartungen sowohl direkt      Implementierung eine wichtige Rolle.



© GITO-Verlag                                                                                                                   29
Handelsbeziehungen


 Produktbezogene Faktoren                                                                                                                 zeug für eine ganzheitliche Darstellung
 • technologische Substitutionsmöglichkeit (Verwendung neuer/anderer Technologie)                                                         und Bewertung der Situation dar. Es
 • relativer Anteil am spezifischen Handelsgeschäft (Einkaufs- bzw. Verkaufsvolumen)
                                                     (Einkaufs                                                                            basiert auf der Gegenüberstellung der
 • Profiteinfluss des Produktes
 Unternehmensbezogene Faktoren
                                                                                                                                          jeweiligen absoluten Interdependenzen
 • Kapitalsituation                                                                                                                       [2]. Diese sind durch jeweils zwölf
 • bisherige spezifische Investitionen in die Beziehung                                                                                   Abhängigkeitsfaktoren (Bild 1) in drei
 • Drohpotential zur Rückwärts- bzw Vorwärtsintegration
                      Rückwärts bzw.                                                                                                      Kriteriengruppen qualitativ charakteri-
 • Informationslage über die jeweils andere Partei und deren Branche
 Branchenbezogene Faktoren
                                                                                                                                          siert. Sie umfassen produkt-, branchen-
 • Konzentrationsgrad der Branche                                                                                                         und unternehmensbezogene Kriterien.
 • Markteintrittsbarriere in der Branche der anderen Partei                                                                               Die relative Macht als entscheidender
 • Umstellungskosten auf einen anderen Teilnehmer der Branche der anderen Partei                                                          Indikator für das Potenzial zur Einfluss-
 • aggressive Rivalität innerhalb der Branche
                                                                                                                                          nahme in der Beziehung ist durch die
 • Bedeutung am Markt
                                                                                                                                          Distanz zu der gestrichelten Diagonale
                                                                                                                                          im Modell gekennzeichnet. Das Modell
Bild 1: Faktoren zur Bewertung der Abhängigkeit des Abnehmers und des Lie-
feranten.                                                                                                                                 und die festgestellte stereotype zeitli-
                                                                                                                                          che Entwicklung bei Beziehungen zu
Porter [1-5], die zur strategischen Ana-      Beziehungsverflechtungen ausschließen                                                       chinesischen Unternehmen sind in Bild
lyse von Kunden-Lieferanten-Beziehun-         zu können. Die jeweilige Situation wur-                                                     2 dargestellt.
gen verwendet werden können, erfüllen         de anhand eines eigens generierten                                                              Diese beobachtete, mittel- und lang-
die Anforderungen für eine ganzheitli-        Abhängigkeits-/Machtmodells umfas-                                                          fristig negative Machtpositionsverän-
che Analyse und Lösung des Problems           send beschrieben und gleichzeitig zur                                                       derung des Abnehmers ist auf zwei
nicht. Ihre spezifischen Stärken und          Evaluation graphisch dargestellt. Durch                                                     Hauptereignisse zurückzuführen:
Schwächen liegen in unterschiedlichen         die Untersuchung machtstrategischer                                                         1. Die Abhängigkeit des Lieferanten
Bereichen (z.B.

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