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Vortrag: Social Media in Spedition und Logistik

Empirische Ergebnisse und Konsequenzen für die Logistik
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Beschreibung
Vortrag von Prof. Dr. Heike Simmet zum Thema "Social Media in Spedition und Logistik" auf dem Social Media Day der DVZ am 18.11.2011

In den vergangenen Jahren wurden soziale Medien wie Facebook, Twitter, Youtube und Co. vor allem in konsumnahen Bereichen genutzt. Erst spät hat die Thematik Social Media die Speditions- und Logistikbranche erreicht. Dies hat sich jetzt geändert: Social Media ist nun auch in Spedition und Logistik angekommen. Dies ergab die Trendstudie „Nutzung von Social Media in der Speditions- und Logistikbranche“, die im Sommer 2011 unter der Leitung von Prof. Dr. Heike Simmet zusammen mit Studierenden der DAV Bremen durchgeführt worden ist. Das Interesse an Social Media war groß: Über 300 Unternehmen der Branche beteiligten sich an der Onlineumfrage. Vor allem Führungskräfte aus Spedition und Logistik nahmen teil.

Onlineauftritt mit Social Media: Handlungsbedarf erkannt

Voraussetzung für einen erfolgreichen Auftritt in den Social Media Kanälen ist eine moderne Internetpräsenz, die als Drehscheibe für die Social Media Kanäle fungiert und von der aus die Steuerung erfolgt. Das Betreiben und das regelmäßige Pflegen der eigenen Website ist mittlerweile selbstverständlich. Jedes zweite Unternehmen nutzt darüber hinaus E-Mail Marketing und versendet Newsletter. Ein eigener Login-Bereich für Kunden ist bei fast 46% der Befragten vorhanden. Nachholbedarf besteht in der Suchmaschinen-Optimierung (SEO) und dem Suchmaschinen-Marketing (SEM). Immerhin ein Viertel der befragten Unternehmen verfügt über ein Content Management System. Unternehmen der Speditions- und Logistikbranche erkennen zunehmend, dass die Integration von Social Media in den Onlineauftritt nicht mehr nur lediglich eine Option darstellt. Zweidrittel der Befragten stufen die Integration von Social Media als wichtig (41,8%), als sehr wichtig (23,9%) oder sogar als unverzichtbar (6,3%) ein. Unternehmen, die sich den Dialogmöglichkeiten über Social Media verschließen, verlieren hingegen zunehmend den Anschluss an die moderne Kommunikation des offenen Dialogs vor allem mit den jüngeren Zielgruppen. Handlungsbedarf für den Einsatz sozialer Medien sehen 62,2% der befragten Unternehmen.

XING als Favorit der Logistiker

Social Media wird von den meisten Befragten sowohl beruflich als auch vor allem privat genutzt. Favorit ist ganz klar das Business-Netzwerk XING. Mehr als die Hälfte der Befragten (52,4%) sind hier zum Zwecke der Netzwerkbildung aktiv. Darüber hinaus werden auch Facebook und Fachforen genutzt. Das Mikroblogging Twitter, der Videokanal Youtube, das internationale Business-Netzwerk LinkedIn sowie Blogs spielen noch eine untergeordnete Rolle. Fast ein Drittel der Befragten ist in keinem Social Media Kanal aktiv.

Social Media – nur ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit?

Social Media eignet sich nach Ansicht von Logistikunternehmen vor allem als Instrument zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit (69,8%). Zudem werden Potentiale in der Optimierung des Kundenbeziehungsmanagements gesehen (54%). Genannt werden auch ein verbessertes Marken-/Produktimage und die Akquise von Neukunden (43,5%). Die gerade für die Logistikbranche bestehende Chance des Aufbaus einer Echtzeitkommunikation wird von mehr als 42% der Befragten erkannt. Hinzu kommen steigender Website-Traffic (41,7%), Steigerung der Portfoliobekanntheit (41%), Verbesserung des Suchmaschinenrankings (36,4%) und Verringerung der Akquise-Kosten (25,9%), sowie steigende Umsatzerlöse (17,0). Dass Social Media durch den unmittelbaren Dialog mit Kunden und Partnern hervorragend auch für die Weiter- und Neuentwicklung von Produkten/Dienstleistungen geeignet ist, wird nur von 16,7% der befragten Unternehmen realisiert. Es dominieren somit in der Branche klassische Public Relations und Marketinganwendungen als Haupteinsatzbereiche.

Der Nutzen von Social Media wird vor allem in der Werbung, Netzwerkbildung und Markenbekanntheit gesehen. Das immense Potential für Personalrecruiting wird noch nicht hinreichend erkannt. Nur 46,9% der Befragten sehen die Chance, durch Social Media den Unternehmen der Branche vor allem bei den jüngeren Zielgruppen ein modernes und attraktives Gesicht im Sinne des Employer Brandings zu verleihen.

Für die Einführung und Pflege von Social Media wird bei 45,3% der befragten Unternehmen im Moment noch kein Personal beschäftigt. Bei 14,1% der Befragten ist aber künftig mindestens ein Mitarbeiter geplant. 23,5% der Speditions- und Logistikunternehmer beschäftigen einen Mitarbeiter (23,5%) bzw. mehr als einen Mitarbeiter (17%) mit Social Media Aufgaben.

Die Mehrheit der Teilnehmer an der Umfrage sieht das größte Potenzial von Social Media im Straßengüterverkehr (52,9%) und in der Kontraktlogistik (43,8%). Auf den nachfolgenden Plätzen rangieren Luftfracht (39,7%), Seefracht (38,4%), Projektspedition (35,7%) und Lagerhaltung (33,3%), dicht gefolgt von KEP Dienstleistungen (31,6%). Letztere sind im Social Web bereits besonders aktiv. Die Befragten stuften mit weniger als 20% hingegen die Bereiche Schienengüterverkehr und Binnenschifffahrt ein. Im Schienengüterverkehr (19,2%), in der Binnenschifffahrt (14,5%) und in anderen Bereichen sehen deutlich weniger Befragte Einsatzmöglichkeiten von Social Media in den kommenden drei Jahren.

Social Media für alle Zielgruppen geplant

Die Studie macht deutlich, dass Social Media als Kommunikationskanal in der Speditions- und Logistikbranche in Zukunft für immer breitere Zielgruppenschichten selbstverständlicher wird. In drei Jahren sehen 54,6% der Befragten die Nutzung bei Industriekunden, 50,9% bei Handelskunden, 49,1% bei Subunternehmern/Kooperationspartnern und 46% bei Endkunden. Nur 10,7% der Befragten sehen keine Zielgruppen für die Nutzung von Social Media in den nächsten drei Jahren. Aktuell ist dies noch bei 39,5% der Befragten der Fall. Der Trend geht somit ganz deutlich in Richtung einer umfassenderen Nutzung in der Zielgruppenansprache. Der Anteil der B2B-Zielgruppen übersteigt dabei den der Endkunden.

Perspektiven von Social Media in Spedition und Logistik

Social Media bedeutet für unsere Wirtschaft und Gesellschaft nicht nur die Erschließung neuer Kommunikationskanäle, sondern auch eine Änderung der Kommunikationskultur. An die Stelle der von  Unternehmen gesteuerten und kontrollierten Kommunikation tritt mehr und mehr der öffentliche Dialog im Social Web. Speditions- und Logistikunternehmen, die sich diesen neuen Entwicklungen stellen wollen, müssen zunächst kritisch überprüfen, ob die eigene Unternehmenskultur hierfür geeignet ist. Erst dann können die ersten Schritte in Richtung der neuen Dialogorientierung auf den sozialen Kanälen zielführend erfolgen. Empfehlenswert ist es, sich zunächst im Rahmen eines Pilotprojektes mit den neuen Spielregeln vertraut zu machen. Mit zunehmender Erfahrung können dann die Social Media Kanäle sukzessive erweitert und integriert werden.  Ganz wesentlich ist die Auswahl der passenden Führungskräfte bzw. Mitarbeiter. Hier reicht eine bloße Akzeptanz der neuen Kanäle nicht aus.  Entscheidend für den Erfolg ist eine ausgeprägte Dialogkompetenz.

Die ersten Schritte in Richtung Social Media erfolgen in der Regel im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Hier liegt auch der Anwendungsschwerpunkt der befragten Unternehmen. Der für die Speditions- und Logistikbranche weitaus attraktivere Bereich liegt hingegen in der Chance einer enger werdenden Verbindung mit Kooperationspartnern entlang der Supply Chain und mit Kunden, die durch die Schnelligkeit und Selbstverständlichkeit eines ständigen Informationsaustausches  in offenen oder auch in geschlossenen Usergruppen erreicht werden kann.  Bislang noch unterschätzte Anwendungsfelder der Kommunikation in Echtzeit zur Verbesserung des Kundenservices und die Entwicklung neuer Produkte/Dienstleistungen bis hin zur Erschließung neuer Geschäftsfelder werden die Diskussionen über Social Media in der kommenden Zeit bestimmen. Ein weiterer Anwendungsschwerpunkt der Zukunft liegt im Employer Branding.

Speditions- und Logistikunternehmen sollten sich jetzt für den in Zukunft immer wichtiger werdenden Commerce 2.0 rüsten.

Die Kurzfassung der Studie kann direkt hier: Trendstudie Social Media in Spedition und Logistik (Kurzfassung) oder im Download-Bereich der Website http://www.lmm.hs-bremerhaven.de kostenlos herunter geladen werden.

Laufende Informationen zum Thema finden Sie auch auf Facebook unter http://www.facebook.com/Logistikmarketing und
unter  http://www.facebook.com/HSMuM

sowie auf  Twitter unter
http://twitter.com/HSBHV und http:/twitter.com/HeikeSimmet

aktualisiert am 20.05.2013, 22:38:44  
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