"Alles, was wir brauchen, um gesund zu bleiben, hat uns die Natur reichlich geschenkt." Sebastian Kneipp hat im 19. Jahrhundert die Naturheilkunde revolutioniert. Sein ganzheitliches Denken gilt als wegweisend und seine Philosophie mit den fünf Säulen Pflanzen, Wasser, Ernährung, Bewegung und Balance ist heute aktueller denn je. Der Name Kneipp steht aber nicht nur für einen gesunden und ganzheitlichen Lebensstil, sondern auch für wissenschaftlich fundierte Produkte auf Basis der Natur und der fünf Säulen nach Sebastian Kneipp. Die Kneipp-Werke GmbH & Co KG, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der PAUL HARTMANN AG, ist heute ein international operierendes Unternehmen mit Sitz in Würzburg und produziert und vertreibt hochwertige Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel sowie Körperpflege- und Badeprodukte. Damit präsentieren sich die Kneipp-Werke als moderne Gesundheitsmarke mit traditionellen Werten.
Handel, Webshop und Apothekenvertrieb
Um ihre Kunden auf allen Vertriebskanälen zu erreichen, nutzen die Kneipp-Werke mehrere Absatzwege. Neben der klassischen Apotheken Belieferung vertreibt das Unternehmen seine Produkte überwiegend in Drogeriemärkten und im Lebensmitteleinzelhandel. Über Vertriebsgesellschaften wurden Absatzmärkte zum Beispiel in Frankreich, Tschechien, Japan und den USA erschlossen. Endkunden werden über drei eigene Shops in Themen und über einen erfolgreichen Webshop (www.kneipp.de) direkt angesprochen. Um alle Vertriebskanäle perfekt bedienen zu können – die meisten Kunden erwarten eine Auslieferung binnen 24 Stunden – strukturierten die Kneipp-Werke ihre Versandabwicklung um und führten SAP LES als Lagerverwaltungssystem ein. Ein Hochregallager mit 8000 Plätzen und ein Kommissionierbereich mit einer Kapazität von 1500 Plätzen wird heute mittels der SAP-Standardmodule SAP MM, LES und SD gesteuert. Täglich wickeln die Kneipp-Werke über 400 Verpackungseinheiten für insgesamt 28.000 Kunden im In- und Ausland ab. Für die Optimierung der Arbeitsabläufe entwickelte SALT Solutions individuelle Nutzerdialoge und rüstet die Staplerflotte mit Terminals aus.
Handarbeit statt Automatik
Für die Abwicklung der Versendung über mehrere Kurierdienste wie DHL und DPD sowie über Speditionen war bei Kneipp-Werke jedoch noch viel Handarbeit nötig: Ein älteres Waagen-System konnte zwar die Sendungsdaten aus SAP übernehmen und auf ein Etikett drucken, die Vorlagen für die Paketdienstleister waren aber veraltet. Hinzu kam die Schnittstellenproblematik: Die Waagen-Software läuft auf einer DOS-Plattform und ist nicht unbedingt kompatibel mit der ABAP-Welt von SAP. Schlimmer noch: Selbst wenn im SAP für jeden Kunden der bevorzugte KEP-Dienstleister (Kurier-Express-Paketdienst) hinterlegt war, konnte die Software diese Information nicht übernehmen. DPD-Pakte mussten gar umetikettiert werden. Bei DHL war ein Abgleich der Kundenadressdaten mit der DHL-konformen Schreibweisen der Straßennamen für die Ermittlung des DHL-Straßencodes nicht möglich. Jedes Paket, welche nicht leitcodierbar war, kostete Kneipp einen Zuschlag im Handling.
Elegante Anbindung der KEP-Dienstleister
Um den händischen Aufwand drastisch zu reduzieren und Kosten für den Versand zu sparen, setzten sich die Kneipp-Werke mit ihrem ITPartner SALT Solutions zusammen. „Der Prozess muss so einfach sein, dass ein Mitarbeiter innerhalb von Minuten ein Paket versenden kann. So ein System muss intuitiv bedienbar sein und fehlerfrei arbeiten“, beschrieb Dieter von der Kall, Leiter Materialwirtschaft die Anforderung. SALT Solutions entwickelte auf vorhandenen ABAP-Modulen aus dem SALT-Versandhaus eine KEP-Lösung, die hoch integriert ist und ohne Schnittstellen mit den SAP-Modulen EWM, WM, TM und SD zusammenarbeitet. Separate Subsysteme der KEP-Dienstleister und externe Tools zur Transportabwicklung werden nicht mehr benötigt. Das SALT-Versandhaus erlaubt ein komfortables Konditionsmanagement der einzelnen Dienstleister. Neue Preise können ins System eingespielt und mit Gültigkeitszeitraum (Versionierung) versehen werden. Auf diesem Wege lassen sich auch neue KEP-Dienste ohne Programmieraufwand unter Vertrag nehmen.
Sämtliche Prozesse sind scannerbasiert. Waagen werden direkt angeschlossen und melden das aktuelle Gewicht der Lieferung direkt ins System. Vorlagen für Etiketten sind im System hinterlegt und können ohne Programmierung ausgetauscht werden. Selbst Stückgutspeditionen lassen sich über das Programm steuern. Die SALT-Lösung druckt Begleitpapiere und Frachtbriefe direkt aus SAP. Alle Prozesse werden aus dem SAP-ERP angestoßen: Zunächst erfolgt das qualifizierte Verpacken aus Wiegen und Packen. Anschließend werden je nach hinterlegten Präferenzen die richtigen Paketlabel und Begleitpapiere gedruckt. Endverbraucher bekommen eine Rechnung, Wiederverkäufer einen Lieferschein.
Zur Kommunikation mit den Dienstleistern sendet das Versandhaus automatisch entsprechende elektronische Avise der zu transportierenden Pakete und übernimmt im Gegenzug Trackingdaten vom Dienstleister ins ERP-System. Dabei ist es egal, ob die Sendung aus einem oder mehreren Paketen besteht – eine Nachvollziehbarkeit ist über eindeutige Sendungsnummern permanent gewährleistet.
„Unser Verpackungs- und Distributionsprozess ist durch die Integration in SAP schneller und viel sicherer geworden“, freut sich Theresia Hofmann Projektleiterin SAP WM in der Logistik der Kneipp-Werke.
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