Logistik als Spitzensport - Interview mit Thomas Bögli, Geschäftsführer SGL Schweizerische Gesellschaft für Logistik
Verändertes Konsumverhalten,Wettbewerbsdruck und die Globalisierung zwingen nicht nur Logistik-Unternehmen zu Strukturanpassungen. Fortlaufende Innovation, Prozessbeherrschung und Automatisierung sind heute zu einem Muss geworden, wie erfolgreiche Unternehmen beweisen.
Mit Thomas Bögli sprach Peter Duss, Geschäftsführer der XELOG AG.
Wie bewerten Sie die Veränderungen der Logistiklandschaft in den letzten Jahren?
Ich sehe heute eine Zweiklassengesellschaft. Die Kluft zwischen Unternehmen, die erfolgreich an vorderster Front agieren und jenen, die unter dem enormen Marktdruck leiden, hat sich in den letzten wenigen Jahren dramatisch vergrössert. Innovation, Prozessbeherrschung und Automatisierung sind heute ein Muss und stellen viele Unternehmen vor eine Zerreissprobe.
Wo vor zehn Jahren noch ein Anbietermarkt herrschte, dominiert heute der Kunde das Geschehen. Als direkte Folge davon hat ein Wechsel von der Funktionsorientierung hin zur Prozessorientierung stattgefunden.
Diese Prozessorientierung und die Möglichkeiten, welche die modernen Informationstechnologien (IT) heute eröffnen,haben zu einer wesentlichen Beschleunigung in der Logistik geführt. Informationen sind praktisch sofort und überall verfügbar, sei es innerhalb oder ausserhalb des Unternehmens oder eben innerhalb der Supply Chain. Lieferanten und Kunden sind heute informationsmässig enger denn je miteinander verknüpft.
Von welchen Megatrends wird die Welt der Logistik heute geleitet?
Ohne Vernetzung läuft heute praktisch nichts mehr.Die modernen Kommunikationstechnologien ermöglichen erstmals in breitem Umfang, den veränderten Marktbedingungen im wahrsten Sinne des Wortes nahezu grenzenlos stattzugeben.
Im Streben nach “besser, schneller, billiger” konzentrieren sich die Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen und lagern die für sie weniger bedeutsamen Teilprozesse aus. Heute ist nicht mehr die Leistungsfähigkeit des einzelnen Unternehmens das einzig Wettbewerbentscheidende, sondern jene der gesamten Supply Chain.
Der Trend hin zur Branchenspezialisierung verlangt von den Dienstleistern in der Supply Chain, dass sich ihre Leistung durch höchste Qualität und Professionalität auszeichnet. In anderen Worten: der Dienstleister fokussiert sich auf einen kleinen Bereich und erbringt dort eine Top-Leistung.
Das Kaufverhalten des Kunden wird flexibler, er will spontaner und öfter beschaffen. Das Beherrschen der Supply Chain wird zu einem weiteren Wettbewerbsfaktor. Der Kunde duldet je länger je weniger Halbheiten, da der Markt ihm genügend Wahlfreiheit bietet.
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