Mit einem neuen IT-Tool hat der russische Titanproduzent VSMPO die Abläufe in seinem Zolllager Typ C wieder in der eigenen Hand. Bei rund 60 Prozent Kostenersparnis amortisiert sich die 90.000-Euro-Investition in 18 Monaten.
Für den Bau von Flugzeugen, medizinischen Geräten oder Motoren wird besonders leichtes und doch festes Material gebraucht, das korrosions und temperaturbeständig ist: Titan. Die Hersteller des weiß glänzenden Metalls hat die Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr besonders hart getroffen. Denn in den Lagern der Flugzeugbauer wie Airbus stapelte sich der Rohstoff.
Auch die VSMPO TiRus GmbH, die deutsche Vertriebsgesellschaft des russischen Titanherstellers VSMPO-AVISMA Corporation, hat 2010 den niedrigsten Umsatz der letzten Jahre gemacht. Die Logistik in Deutschland wickeln die Russen zentral am Firmensitz Frankfurt am Main ab. Östlich der hessischen Metropole betreibt das Unternehmen drei Lagerhallen mit insgesamt 4.500 m² Fläche.
In den letzten 18 Monaten hat VSMPO den Titanbestand auf rund 450.000 t halbiert. Titan ist keine Palettenware. Jedes Produkt ist ein Unikat mit eigener Artikelnummer. Zwischen Kundenbestellung und Auslieferung können bis zu neun Monate vergehen. Der Abbau des Erzes in Russland beginnt erst nach dem Vertragsabschluss. Daraus werden Titanschwämme gewonnen, die im nächsten Schritt geschmolzen und individuell bearbeitet werden.
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