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Gute Reise, Schwertransport! - Münchner Erklärung

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6.8.2009
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5.7.2010
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Gute Reise, Schwertransport! - Münchner Erklärung
Abstract / Inhalt:

Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen, sagt der Volksmund. Wenn die oft Hunderte Tonnen schweren Turbinen der Firma Siemens auf Reisen gehen, könnten sie in der Tat viel erzählen: Schauderhafte Geschichten von gesperrten Brücken, verstopften Straßen, engen Hafenzufahrten und Kreisverkehren, die ihnen das Leben schwer machen. Dabei könnte es viel einfacher sein ‑ Bund, Länder und Kommunen müssten nur noch besser mit den betroffenen Verladern, Spediteuren und Infrastrukturanbietern zusammenarbeiten. Dafür will ein Zusammenschluss aus Interessensvertretungen mit einer gemeinsamen Erklärung sorgen.


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Herausgebende Organisationen (1)
Gute Reise, Schwertransport! - Münchner Erklärung
Organisation
Von den rund 100 im Bundesverband öffentlicher Binnenhäfen zusammengeschlossenen Häfen geht eine enorme Wirtschaftskraft aus: Märkte, Branchen und ganze Regionen profitieren von ihren Aktivitäten. Ursprünglich betätigten sich die meisten Binnenhäfen im Bereich von Umschlag und Lagerung typischer [...]
 
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Gute Reise, Schwertransport! - Münchner Erklärung
Muenchener_Erklaerung_Schwertransporte_BÖB.pdf
■ Münchner Erklärung

Gute Reise, Schwertransport!




                                                                                                                               Bild: Rhenus-Midgard, Nordenham
Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen, sagt der Volksmund. Wenn die oft Hunderte Tonnen
schweren Turbinen der Firma Siemens auf Reisen gehen, könnten sie in der Tat viel erzählen: Schau-
derhafte Geschichten von gesperrten Brücken, verstopften Straßen, engen Hafenzufahrten und Kreis-
verkehren, die ihnen das Leben schwer machen. Dabei könnte es viel einfacher sein – Bund, Länder
und Kommunen müssten nur noch besser mit den betroffenen Verladern, Spediteuren und Infrastruktu-
ranbietern zusammenarbeiten. Dafür will ein Zusammenschluss aus Interessensvertretungen mit einer
gemeinsamen Erklärung sorgen.


Deutschland ist einer der wichtigsten    der Produktionsstätte dorthin gelangen.    Das Sperren von Brücken für den
Produktionsstandorte für den Maschi-     Schon bei der Straßenzufahrt aber          Schwerlastverkehr, vom Gesetzgeber
nen- und Anlagenbau. Zu einem großen     fangen die Probleme an.                    beschönigend als Ablasten bezeichnet,
Teil werden die Anlagen für den Export                                              sorgt dafür, dass Schwertransporte
gefertigt. Das heißt: Große Anlagen-     Auf dem Weg von der Produktion zum         große Umwege in Kauf nehmen müs-
module, Pressen, Transformatoren oder    Hafenumschlag werden Schwertrans-          sen.
Baumaschinen müssen von Deutschland      porten einige Steine in den Weg gelegt.
aus in alle Welt transportiert werden.   Wolfgang M. Draaf, Geschäftsfüh-           Andere Hindernisse sind nicht auf feh-
Das geht per Schiff über die Seehäfen    rendes Vorstandsmitglied der Bundes-       lende Investitionsfreude zurückzuführen,
und – vorgelagert – am besten über die   fachgruppe Schwertransporte und            sondern auf das fehlende Augenmerk
Binnenhäfen. Der Transport über die      Kranarbeiten (BSK), kennt die typischen    der öffentlichen Hand auf die Bedürf-
Wasserstraße ist ökologisch sinnvoll,    Probleme: „Wir haben einen gewal-          nisse von Industrie und Speditionen.
ökonomisch vernünftig und meist auch     tigen Investitionsstau in Deutschland.     Zum Beispiel der Bau von Brücken, die
noch schneller als über den Landweg.     Nahezu wöchentlich wird eine Brücke        zu niedrig sind, als dass Schwertrans-
Doch bevor ein Schwertransport vom       für den Schwerlastverkehr gesperrt, weil   porter sie unterfahren könnten. Oder
Binnenhafen ablegen kann, müssen die     sie nicht mehr sicher genug und kein       der Bau von Kreisverkehren, die sich in
tonnenschweren, riesigen Güter von       Geld vorhanden ist, sie zu sanieren.“      vielen Kommunen zunehmender Beliebt-



Themendienst Mai 2009, Seite 24
                                                                                                                                      Bild: STUTE Verkehrs-GmbH, Bremen
heit erfreuen. „Sicher sieht es hübscher
aus, wenn in der Mitte eines Kreisver-
kehrs eine Statue aufgestellt wird“, gibt
Christian Betchen, Projektmanager beim
ShortSeaShipping Inland Waterway
Promotion Center (SPC), zu. „Aber für
große Schwertransporte wird das zu
einem unüberwindbaren Problem. Sie
können aufgrund ihrer Dimensionen
nicht regulär in den Kreisverkehr einfah-
ren. Das ist nicht so schlimm, solange
sich der Kreisverkehr überfahren lässt.
Ist die Mitte allerdings blockiert, haben
die Fahrer verloren.“


Christian Betchen gehört dem Ausschuss
Binnen-, Fähr- und Seeschifffahrt der
Bundesfachgruppe Schwertransporte           Politik. Auch an die Häfen haben die         neben unserem eigentlichen Tagesge-
und Kranarbeiten (BSK) an. Dort sind        Unterzeichner ganz spezielle Wünsche:        schäft einen Beitrag, etwa in Form der
neben dem SPC, das er dort vertritt,        So stehen noch längst nicht an allen         Ausbildungsempfehlungen oder durch
viele weitere Beteiligte im Bereich der     Binnenhäfen ausreichende Kapazitäten         Investitionen in fortschrittliche Technik.
Schwertransporte vertreten: Binnen-         für die Lagerung und den Umschlag von        Doch wir brauchen auch die richtigen
häfen, Speditionen, Reedereien, das         Schwerlasten bereit.                         Rahmenbedingungen von außen,
Bundesministerium für Verkehr, Bau und                                                   und für die muss vor allem die Politik
Stadtentwicklung, Vertreter der Industrie   Schwer engagiert                             sorgen.“
wie Siemens Power Generation oder           Doch die Beteiligten fordern nicht nur,
die Linde AG und der Verband Deut-          sie werden auch selbst aktiv. In ehren-      Mit der Münchner Erklärung, die auf
scher Maschinen- und Anlagenbau e.V.        amtlichem Engagement entwickelten            der transport logistic veröffentlicht
                                            sie etwa ein eigenes Konzept für die         wird, formulieren die Mitglieder des
Mit einem gemeinsamen Statement,            Weiterbildung von Binnenschiffern:           Ausschusses nun ihr gemeinsames
der Münchner Erklärung, wollen die          Auch für die Schiffsführer ist ein Schwer-   Anliegen auch offiziell. Wolfgang M.
Akteure ihren Forderungen Nachdruck         lasttransport eine Herausforderung, auf      Draaf hofft, dass die Erklärung auf
und öffentliche Wirkung verleihen:          die sie vorbereitet sein müssen. So hat      ein deutliches Echo stößt: „Jetzt sind
„Wir brauchen mehr Investitionen in         der Ausschuss Empfehlungen zusam-            Bund, Länder und Kommunen am Zug.
Straßen und Brücken und mehr Rück-          mengetragen, wie die Ausbildung der          Schließlich geht es um nicht weniger als
sichtnahme auf unsere Interessen bei        Binnenschiffer praxisnah und zukunftso-      um unseren Ruf als Exportweltmeister!“
der Planung der Zufahrtswege zu den         rientiert verbessert werden kann – zum
Häfen,“ betont Draaf. Heißt im Klartext:    Beispiel bei der Beladung oder bei           Die Münchner Erklärung kann bei Inte-
Brücken, die für den Schwerlastverkehr      der Organisation von internationalen         resse ab dem 18. Mai beim BSK und
befahrbar sind, ausreichend breite          Schwertransporten. „Die Mitglieder des       SPC angefordert werden.
Straßen, keine künstlichen Hindernisse.     Fachausschusses wollen selbst dazu
Adressaten dieses Forderungskatalogs        beitragen, dass der Schwertransport          Kontakt:
sind in erster Linie Länder und Kommu-      per Schiff zum Regelfall wird“, erklärt
nen. Die Forderungen der Verbände           Heinz Rößler, Inhaber der Spedition          betchen@shortseashipping.de
richten sich durchaus nicht nur an die      Kübler GmbH. „Wir alle leisten dazu



Themendienst Mai 2009, Seite 25
 
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