Der „planbare Notfall“: Neue Einsatzszenarien für die High-Speed-Logistik
Die Zahl der Branchen, in denen Produktionsprozesse dezentral organisiert sind, nimmt ständig zu. Dass alle Teile, die an verschiedenen Produktionsstätten hergestellt werden, zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort zu einem Endprodukt zusammengefügt werden müssen, setzt exakt aufeinander abgestimmte und nahtlos ineinander greifende Logistikabläufe voraus. Gerade vor dem Hintergrund immer enger getakteter Herstellungsabläufe und immer weiter verbreiteter Just-in-Time-Produktion sind Fertigungsverfahren vielfach „sensibler“, also störanfälliger geworden ‑ ganz zu schweigen von den immensen wirtschaftlichen Schäden, die eintreten können, wenn infolge nicht pünktlich gelieferter Komponenten ganze Produktionsabläufe zum Erliegen kommen.
„Logistikproblemlöser“ werden sich daher künftig verstärkt dem „planbaren Notfall“ widmen: Dieser zunächst widersprüchlich klingende Begriff meint, dass Unternehmen perspektivisch jene Stellen ihrer Prozesskette identifizieren, an denen es theoretisch zu Engpässen kommen kann. Um dann im Ernstfall schnell reagieren und dadurch die Folgen einer Panne in Grenzen halten zu können, wird dieser Notfall im Vorfeld genau durchgeplant, indem man im Voraus eine individuelle Lösung „,maßschneidert“, die im Fall des Falles quasi auf Knopfdruck in die Praxis umgesetzt werden kann.
So entsteht aus klassischen Engpass- oder Last-Minute-Einsätzen nach und nach ein in viele Supply Chains fest integriertes Standardelement. Notfall-Logistiklösungen können künftig also nicht mehr nur in unplanbaren Szenarien und bei Ad-hoc-Anfragen zum Einsatz kommen; vielmehr entwickeln sie sich als reguläre Dauerleistung zunehmend zum integralen Bestandteil logistischer Prozessketten.
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