Gemeinsam Lösungen finden
mit Kompetenz werben

Registrieren
Filtern
Objektbezogen nach Kategorien:
Nach Themen / Centern:
Nach Branchen:
Nach Regionen:
Nach Kategorien:
Weiterleiten
Anzeige
 

50 Jahre Container: Von der genialen Idee zum ersten Einsatz

 
Kompetenzindex:
100%
Keine eindeutige Person vorhanden
Zu Interessen/Lesezeichen hinzufügen
Empfänger kann keine Nachrichten empfangen
Empfehlung versenden
Positiv bewerten
Eigentumsrechte für Bearbeitung beantragen
[#hidden_actions_html#]
Autor keine Angaben
Beschreibung
Er ist groß, bunt und rechteckig. Seine höchst stabile Außenhaut besteht aus Stahlblech, sein Innenleben gestaltet sich unvorstellbar vielseitig. Ob Kaffeebohnen aus Südamerika oder Luxus-Elektrogeräte aus Asien ‑ niemand anders als der Container hat es möglich gemacht, dass weit gereiste Waren heute so günstig zu haben sind wie Produkte aus dem eigenen Land. Eine im internationalen Transportgeschäft absolut unersetzliche Kiste. Hunderttausende der genormten Behälter reisen täglich von Osten nach Westen, von Norden nach Süden, über die Straße, auf Schienen, über die Weltmeere. Geschätzte 100 Millionen sollen weltweit von ihnen im Einsatz sein. Eine unvorstellbar große Menge.

Der Siegeszug des Containers beginnt im Jahr 1956. Der Vater seiner Idee: Der amerikanische LKW-Fahrer Malcolm McLean. Schon in den 30er Jahren begann er, darüber nachzudenken, wie einfach sich der Transport von Baumwolle doch gestalten würde, wenn man die Ware in eine große Kiste aus Blech stecken würde, die direkt verladen werden könnte. Noch rund 20 Jahre sollten von der frühen Idee bis zum ersten Einsatz vergehen: Er entwickelte in den 50er Jahren einen kastenförmigen Aufbau, der es ermöglichte, Ladung ohne LKW-Chassis und Räder verladen zu können. Erst am Zielort sollte der Kasten wieder auf ein Fahrgestell gesetzt werden. Kein Stück für Stück-Verladen mehr per per Hand. McLean gründete eine eigene Reederei mit dem Namen "Sea Land". Für den Transport der Kisten lässt er extra einen Frachter umbauen. Im April des Jahres 1956 verlässt dieser mit den ersten 58 Containern den Hafen von Newark, New Jersey Richtung Houston/Texas. Ein historischer Moment ‑ die Containerschifffahrt ist geboren.

Den Container-Pionier Sea Land gibt es noch bis Ende der 90er Jahre. Nach dem Verkauf an die dänische Reederei Maersk war der Name nur noch unter Maersk-Sealand präsent. Anfang dieses Jahres wurde schließlich die Reederei P&O Nedlloyd übernommen. Nun firmiert die weltgrößte Reederei unter dem Namen "Maersk Line".

Wie die absolut unersetzliche Stahlblech-Kiste die Liegezeiten der Schiffe verkürzt und die Welt erobert.

Vor 40 Jahren brachte die "Fairland" der amerikanischen Reederei Sea Land die ersten 99 Container nach Deutschland. Doch die Skepsis in den Schifffahrtkreisen war groß. 1966 wird im Bremer Übersee-Hafen erstmals ein Container gelöscht. Doch nur wenige glauben an den Erfolg der Kiste ‑ vorerst. Nach und nach wächst die Begeisterung der Transportwirtschaft ‑ arbeits- und zeitaufwendige Waren-Umstauvorgänge werden überflüssig. Die Containerisierung löst einen enormen Umbruch der Beschäftigung in den Häfen aus. Vier Stunden brauchte früher ein Arbeiter für die Entladung von 360 Kaffeesäcken. Die gleiche Menge kommt heute in einem einzigen Container an Land. Doch der Siegeszug des Containers hat auch eine Kehrseite: Tausende Hafenmitarbeiter in aller Welt verloren innerhalb kurzer Zeit ihren Job.

Eine riesige Vielfalt von Containern bestimmt heute das Transportwesen. Es gibt den 20-Fuß-"TEU"-Container (twenty feet equivalent unit) und den 40-Fuß-"FEU"-Container. Man kann sich zwischen Open-Top oder Open-Side-Containern entscheiden ‑ oder für belüftete und Kühlvariationen. Statt einer einfachen Box sind heute Abwandlungen für jede Warenart verfügbar. In den großen Containern werden Volumen-Ladungen wie Kleidung, Spielzeug, Möbel oder elektronische Geräte transportiert. Schwere Güter wie Düngemittel und Stahl kommen in die 20er-Boxen. Bananen und Kartoffeln kommen in belüftete Container, Tiefgefrorenes in die Kühl-Variationen. Ein ausgeklügeltes System.

Die geniale Idee des Containers machte es möglich, die Liegezeiten der Schiffe in den Häfen erheblich zu verkürzen. Das sparte den Reedereien eine Menge Geld. Sie begannen in den 70er Jahren, eigene Containerschiffe zu bauen; heute können die größten Containerschiffe rund 10.000 TEU (20 Fuß-Container) mitnehmen. In Zukunft soll es möglicherweise Schiffe geben, die sogar 18.000 TEU problemlos befördern können. Jedes Containerschiff fährt nach einem exakten Fahrplan, der genau eingehalten werden muss. Ein Container ist in maximal drei Minuten beladen. Je nach Schiffsgröße arbeiten bis zu fünf Containerbrücken gleichzeitig.

Doch die kurzen Liegezeiten der Schiffe haben auch das Hafenleben verändert. Es gibt keine Zeit mehr für ausgiebige Landgänge des Personals ‑ und damit auch keine Hafenkneipen-Romantik und Liebschaften. Wie soll eine hübsche Dame das Herz eines Schiffs-Mitarbeiters erobern, wenn dieser sich nur noch wenige Stunden an Land aufhält? Die alten Stückgut-Frachter hingegen lagen früher oft eine Woche oder länger im Hafen, bis alle Säcke, Kartons und Paletten ausgeladen waren. Eine Menge Arbeit ‑ aber auch viel Zeit für die Liebste …

Allein in den deutschen Nordseehäfen dürften nach aktuellen Schätzungen rund 18 Millionen TEU-Container bewegt werden. Davon wird Malcolm McLean, der Erfinder des Containers, jedoch nichts mehr mitbekommen. Immerhin konnte er den Siegeszug seine Erfindung noch teilweise miterleben, bevor er im Mai 2001 im Alter von 87 Jahren verstarb.


Dialog
 
Ihr Beitrag zu 50 Jahre Container: Von der genialen Idee zum ersten Einsatz
Publizieren

Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.

Herausgebende Organisation